Von Gavan bis Midnight Diner – Dengekis Diary Woche 16/2020

“Mit seinem ersten Auftritt 1982 wurde Gavan in Japan ein sofortiger Hit, dessen Legende bis heute unter Tokufans ungebrochen ist, allerdings nicht nur da.”

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Kalenderwoche 16 13. – 19. April 2020

-Montag-

Diese Woche möchte ich genauso starten wie die letzte, mit einer Tokusatsu Serie die aktuell bei Toei Tokusatsu World Official zu sehen ist. Uchū Keiji Gavan, besser bekannt als Space Sherrif Gavan.

(C) Toei

Die Welt steht kurz davor von Makku, einer Verbrecherorganisation, eingenommen zu werden. Angeführt von Don Horror, haben die Kriminellen bereits eine Kolonie nahe der Erde komplett zerstört und wollen sich nun daran machen den blauen Planeten selbst unter ihre Kontrolle zu bringen, um von dort aus ihren Siegeszug durch das ganze Universum zu organisieren.

Man muss dazu anmerken, dass die Erde nahezu immer entweder ein besonderer Standpunkt, eine geheime Quelle der Macht oder Treffpunkt von Gut und Böse sind und sich speziell in Japan immer alles entscheidet. Ein Umstand, der mich immer wieder zum grinsen bringt, wenn die Helden mal Probleme haben, denn eigentlich müsste das Land der aufgehenden Sonne voll von den Helden der letzten Jahrzehnte sein, die sich gegenseitig zur Seite stehen könnten.

Aber zurück zu Gavan, der ist Mitglied der vereinten galaktischen Polizei und wird zur Erde geschickt, um Makku’s Angriffe zu untersuchen und die Organisation zu stoppen.
Zusammen mit Mimi, der Tochter von Kommandant Qom der Polizei, macht er sich auf seinem Heimatplaneten undercover als Retsu Ichijouju an die Arbeit.

Hauptzentrale von Gavan ist die fliegende Untertasse Dolgiran (Chō Jigen Kōsokuki Dolgrian), während er mit mechanisierten Drachen Dol (Denshi Seijū Dol) die Raumschiffe von Makku bekämpft.

(C) Toei

Gavan war die erste einer komplett neuen Serie von Tokusatsu TV-Shows, die neben Kamen Rider und Super Sentai laufen sollte. Besonderheit von Gavan und seinen zwei nachfolgenden Serien ist allerdings, dass sie in demselben Universum spielen und eine Trilogie ergeben, die Space Sherrif Saga. Dasselbe Prinzip wurde später noch zweimal wiederholt mit der Rescue Police Series, von der bei uns Winspector ausgestrahlt wurde und der B-Fighter Series, die als Big Bad Beetle Borgs verpowerrangert wurden.

Alle von 1982 bis 1998 gelaufenen Serien wurden später unter dem Namen Metal Heros zusammengefasst. Ein Name, der erst unter den Fans die Runde gemacht hat und dann von Toei offiziell gemacht wurde.

Die Idee hinter Metal Hero und damit auch Gavan, war es die sich verwandelnden Super Helden zu modernisieren. Der Fokus liegt mehr auf Technik. Magie oder ähnliche Kräfte werden, wenn überhaupt, nur im Hintergrund behandelt.

Das schlägt sich auch auf das Design der Anzüge wieder, die mehr in Richtung Rüstung gehen und einen metallischen Look haben, daher auch der Name Metal Hero. Diese sind keine magischen Anzüge oder Schilde mit Superkräften wie es vor allem bei Super Sentai der Fall ist, und genauso wenig die Versinnbildlichung seines übermenschlichen Trägers, wie bei Kamen Rider. In diesen technischen Panzerungen stecken normale Personen.

Denshi Seijū Dol, halb Drache, halb Raumschiff und ganz Badass.
(C) Toei

Mit seinem ersten Auftritt 1982 wurde Gavan in Japan ein sofortiger Hit, dessen Legende bis heute unter Tokufans ungebrochen ist, allerdings nicht nur da. Auch in Brasilien und Frankreich hat der bis heute seine Fans und die Space Sheriff Trilogie als ganzes einen ähnlichen Kultstatus wie Kamen Rider. Um Metal Hero an sich war es aber nach einigen Jahren nicht gut bestellt.

Konnte man noch in den 1980er Jahren Erfolge einfahren und das Franchise als drittes Standbein etablieren, wurde es in den 1990ern problematisch.

Tokusatsu als Ganzes schien unter keinem guten Stern zu stehen. Neben sinkenden Einschaltquoten waren es vor allem die explodierenden Kosten die erst Kamen Rider und dann letztendlich auch Metal Hero aus dem TV verschwinden ließen. Lediglich Super Sentai konnte sich, auch dank Power Rangers, halten.

Trotz einiger Anstrengungen in 2012 und 2014 Metal Hero zurückzubringen, um wieder das Dreiergespann, zusammen mit Super Sentai und Kamen Rider zu bilden, blieb es nur bei einigen Filmen und Cameo-Auftritten in anderen Serien. Ein Problem dürfte dabei sein, dass nach den letzten Ridern in 2000 (Kamen Rider Kuuga) und 2001 (Kamen Rider Agito), die Shotaro Ishinomori noch selbst erdacht hatte, nachfolgende Kamen Rider Serien viele Aspekte der alten Metal Hero Helden übernommen und damit das Franchise nahezu überflüssig gemacht haben.

Ein einfaches, aber 1982 völlig neues Design für einen Superhelden.
(C) Toei

-Dienstag-

An dieser Stelle wurde ja, soweit ich mich erinnere, schön des Öfteren erzählt, dass ich eine Liste habe mit Spielen, die ich vor etlichen Jahren einmal verkauft habe. Diese Liste ist lang und voll von schmerzhaften Trennungen, denen ich nachtrauere, aber wirklich das Geld in die Hand nehmen, um die Titel zurückzukaufen, mache ich eher selten.

Manchmal, aber auch nur manchmal, passiert es doch und ein alter Freund oder eine alte Freundin kehrt zu mir zurück. Und manchmal, ja wirklich manchmal wünschte ich, es wäre bei einer Erinnerung geblieben.

Nostalgie kann etwas sehr Trügerisches sein.

Perfect Dark für Game Boy Color
(C) Manuel Richter

Zwischen 1998 und 2001 meinten einige Videospielhersteller, sie müssten ihre Hits unbedingt auch auf dem Game Boy Color bringen. An sich nichts Ungewöhnliches, das wurde schon immer so gemacht, aber wenn diese Titel von Konsolen kommen deren Leistung um ein vielfaches höher ist und protzige 3D Grafik bieten, muss man kreativ werden. Konami und Capcom haben es geschafft recht gute Umsetzungen bzw. Versionen von Metal Gear Solid und Resident Evil auf der Color Keksdose zu veröffentlichen und auch Rare meinte das zu können und präsentierte 2000 Perfect Dark für den Game Boy Color. Abgesehen von dem großen Namen wurde das Spiel auch noch auf einem Rumble Modul mit 32MBit ausgeliefert.
Man war sich also sicher einen Hit in der Hand zu halten.

Joanna Dark, auf dem Game Boy Color noch angehende Meisterspionin.
(C) Rare/Nintendo

Das Spiel ist als Prequel des Nintendo 64 Titel anzusehen und zeigt Joanna Dark in den letzten Zügen ihres Trainings, bevor Sie zu ihrer ersten Mission geschickt wird. Wie auch beim großen Vorbild geht es auch hier um Verbrecherorganisationen, Waffen und auch Aliens.

Spielerisch kann man natürlich kein Ego-Shooter erwarten, OK, das ginge, wie Tyrannosaurus Tex bewiesen hat, aber Rare entschied sich für eine klassische Top-Down Ansicht.

Genauso klassisch sind auch die Aufgaben. Ein wenig hin und her laufen, ein paar Schalter drücken und Items einsammeln, ab und an darf auch mal eine Geisel befreit werden.
Ich habe das Spiel Anno 2000 gefeiert, schlafe heutzutage aber fast dabei ein. Ich finde es langweilig, um ehrlich zu sein.

(C) Rare/Nintendo

Es ist weniger das Spielprinzip, als mehr, dass ich das Gefühl habe wie eine Maus durch ein Labyrinth zu rennen, nur um den Ausgang zu finden. Die Gegner haben dazu noch das Problem, es immer zu schaffen wenigstens einen Treffer zu landen, da man bei den Auseinandersetzungen nur schwer ausweichen kann. Wenn man schießt, ist man sofort selbst Zielscheibe. Ich hangle mich also von Raum zu Raum, von Gegner zu Gegner und hoffe genügend Energie auf dem Weg zu finden.

Eine Lightgun wäre hier nicht schlecht.
(C) Rare/Nintendo

Ätzend ist aber, dass sehr oft der Spielfluss unterbrochen wird, mit Pseudo-Ego-Shooter Einlagen. Das sind statische Screens in denen die Gegner wie bei einer Schießbude auftauchen und erledigt werden müssen. Schafft man das nicht, heißt es Game Over. Toll, vor allem dass so eine Einlage mit dem digitalen Steuerkreuz ja immer funktioniert hat, nicht war?

Ich glaube, dass einzig gute an dem Modul ist, dass man damit in der N64 Fassung ein paar Cheats und Extras freischalten kann, wenn man ein Transferpak benutzt.

Was ich nie ausprobiert habe, ist der Multiplayer Modus, der mit einigen Deathmatch Varianten daher kommt. Aber ich denke, das ist auch kein wirklicher Verlust.
Von der technischen Seite her muss ich aber gestehen, dass Rare gute Arbeit geleistet hat. In dem 32MBit Modul stecken Sprachsamples und kleine Videosequenzen, die auch nicht schlecht gemacht sind. Immerhin ein Highlight.

Rumble Modul
(C) Manuel Richter

-Mittwoch-

Wirklich was zu erzählen gibt es heute nichts, aber um hier wenigstens ein paar Zeiten zu füllen, eine kleine Anekdote aus meinem Alltag und die Erkenntnis, dass ich zu viel Technik benutze, bis zu einem Punkt, dass es seltsam wird.

Ich benutze aktuell 4 (in Worten vier) Kopfhörer, zwei an ein und demselben Gerät.

Es ist irgendwie lächerlich, wenn ich mir in den Kopf rufe, wie ich Musik höre. Generell springe ich zwischen 3 Geräten rum. Dem PC, wenn ich, nun, am PC sitze, meinem Smartphone vor allem unterwegs oder um Podcasts zu hören (mache ich über eine App, deswegen am Phone) und dem alten PlayYan für Game Boy Advance.

Bin ich mal unterwegs, habe ich ein paar Kopfhörer, die ich immer in meiner Hosentasche habe, das sind so kleine und billige Dinger, die auch mal verloren gehen können und nicht viel Platz brauchen. Aber die sind mir eigentlich etwas zu leise.

Deswegen nutze ich zu Hause am PC meine neuen Bluetooth Kopfhörer. Zum einen, weil ich so auch weiter hören kann, wenn ich mal vom Platz aufstehen muss, zum anderen sind die lauter und haben etwas mehr Bass.

Aber da die meine Ohren nicht ganz bedecken, benutze ich für Aufnahmen und bei Streams richtige Over-Ear Kopfhörer, mit denen ich auch manchmal Musik höre am PC, einfach, weil die ständig neben mir am PC auf dem Mikrofonständer liegen. Die allerdings sind sehr Mitten-betont, was für Stimmen sehr gut ist, mir bei Musik aber etwas der Umpf fehlt.

Zu guter Letzt meine Sony Kopfhörer, auch nicht wirklich teuer, aber nach langer Zeit gefunden für meinen PlayYan, mit dem ich gezielt Musik höre und nicht nur als Hintergrundberieselung. Die haben einen guten Bass ohne die Höhen zu sehr zu vernachlässigen und sind auch recht laut. Perfekt am Game Boy.

Jetzt überlege ich schon länger mir ein neues Audiogerät zu kaufen als Ersatz für den PayYan, da der nur max. 1 GB Karten schluckt. Ich hoffe, dass ich mir dann nicht wieder neue Kopfhörer kaufen muss.

-Donnerstag-

Es ist jetzt gut 10 Jahre her, dass ich meinen TV-Anschluss gekappt, sprich, das TV-Kabel aus dem Fernseher und aus der Wand, gezogen habe.

Seitdem gucke ich nur noch im Netz, vor allem auf YouTube und in Mediatheken.

Aber man bekommt ja immer mal wieder mit, was gerade so läuft, was neu ist und was “trendet”, so ganz kann ich mich also dem ganzen nicht verschließen.

Gerade wenn ich meine Mutter besuche, was fast jeden Tag ist, läuft bei ihr immer der Fernseher und eine von drei Sendungen. Ich habe erst gedacht das wäre so ein alte Leute Ding, das man unbedingt immer die alten Schinken in Dauerschleife ansehen will um der guten alten Zeit willen, aber da habe ich mich wohl geirrt.

Wühlt man sich ein wenig durch das Internet und sucht nach Einschaltquoten, fällt einem ein Sendeplan vor die Füße der bis auf wenige Ausnahmen vor 10 Jahren schon so ausgesehen hat.

Nimmt man die Saison Sendungen einmal raus, ist einer der stärksten Sendungen immer noch der Tatort, der in unterschiedlicher Besetzung seit 1970 über den Bildschirm flattert.

Gut, jetzt nicht so verwunderlich für mich, immerhin erfindet der sich auch immer wieder neu, es ist also mehr Marke als eine durchgehende Serie, wenn man so möchte. Ins schlucken komme ich aber, da ich mir das Lachen verkneifen muss, wenn es um die Dauerbrenner und Wiederholungen geht.

Ich habe vor 10 Jahren mit dem TV-Programm gebrochen, weil ich die ganzen Re-Runs nicht mehr sehen konnte. Speziell drei Serien gingen mir einfach nur noch auf die Nerven, King of Queens, How I Met Your Mother und natürlich Two and a Half Men.

Es ist immer traurig, wenn man sich Dinge, die man einmal gemacht hat, dadurch versaut dass man zu viel davon konsumiert. Das gilt für Serien ebenso wie für Pizza.

Wenn ich heute in die Programmlisten gucke, welche Serien finde ich da? Genau, King of Queens, How I Met Your Mother und natürlich Two and a Half Men. Der Fairness halber muss ich aber gestehen, dass mich King of Queens nicht sonderlich verwundert hat, das sieht meine Mutter auch jeden Tag.

Es sind aber natürlich nicht nur die drei Sendungen, das TV-Programm ist voll mit alten Serien, alten Filmen und alten Konzepten die immer und immer wieder abgespielt werden wie eine alte Schallplatte, die einen Sprung hat.

Ich frage mich allen ernstes, woran das genau liegt. Wollen die Leute einfach nur ihr altes Zeug sehen? Ich denke nicht, denn immer wieder gibt es neues Futter, das extrem erfolgreich wird, wie z.B. Game of Thrones (ja bin nicht auf dem neuesten Stand). Ich vermute eher, dass es ein finanzielles Ding der Sender ist.

Auch wenn in Deutschland die Sender-Auswahl recht üppig ist, reden wir nur von wenigen Konzernen die ihre finanziellen Ausgaben auf mehrere Sender verstreuen, um möglichst viele Leute zu erreichen. Da bleibt die Qualität schnell auf der Strecke. Auf der anderen Seite ist der Zuschauer über die ganzen Jahre so konditioniert worden, dass es scheinbar egal ist was gesendet wird, Hauptsache im Hintergrund läuft irgend etwas.

Da wundert es nicht, dass selbst Leute die nicht nativ mit Internet und Streaming aufgewachsen sind, irgendwann einmal die Nase voll haben und sich was anderes suchen, denn die Auswahl ist mittlerweile größer als nur ein paar Sender.

-Freitag-

Die Ikea-Bestellung die letzte Woche nach dem ganzen Online-Shop Problemen ankam und das Abenteuer Sperrholz zusammenbauen, haben glücklicherweise ein gutes Ende genommen.

Die Sachen stehen jetzt und in Zukunft werden Bestellungen hoffentlich schneller von statten gehen als diese. Allerdings hat mich das ganze auch zum Nachdenken gebracht und erwäge schon bald wieder was zu kaufen, um endlich mal mein größtes Problem in meiner Wohnung lösen zu können. Wohin mit all dem Kram.

(C) Manuel Richter

Ich lebe schon immer zwischen einem recht zusammengewürfelten Haufen an Möbeln, wirklich passt da nichts zusammen. Höhe, tiefe und Farbe sind ähnlich, aber im groben und ganzen sind nahezu alle Schränke und Regale von verschiedenen Herstellern. Das hat mich an sich nie wirklich gestört, aber je mehr Kram, vor allem Videospiele, über die Jahre zusammengekommen sind, desto mehr musste ich mir eingestehen, dass es an einem Konzept fehlt und einfach in die Schränke stopfen seine Grenzen hat.

Bisher habe ich immer die Kosten gescheut, ich meine, irgendwie habe ich noch immer alles unter bekommen, was auch stimmt. Aber es ist ein kleiner Unterschied zwischen lagern und benutzen, was mir heute wieder aufgefallen ist.

Aus irgendeinem Grund hatte ich mal wieder Lust, den alten Power Glove auszupacken und etwas damit herumzuspielen. An sich kein Problem, steht die OVP ja oben auf dem Schrank, allerdings unter und zwischen ein paar anderen Kartons.

Beim Herausnehmen musste ich feststellen, dass die OVP sich etwas verkantet hat und nicht so einfach aus seinem Platz gleiten wollte. Das Ergebnis war, dass ich den halben Schrank abräumen durfte, um nicht aus Versehen irgendwas auf den Boden fallen zu lassen. Das macht keinen Spaß, genauso wenig der Umstand, dass ich immer mal wieder darauf verzichte etwas zu spielen, meist mit extra Hardware, weil ich keine Lust habe erst alles abzuräumen, um da überhaupt dran zu kommen.

(C) Manuel Richter

Als Sammler wäre das kein Problem, da müssten die Schätze ja nur herumstehen und gut aussehen, als Spieler habe ich aber die Sachen immer gerne griffbereit.

Also wird es Zeit für einen Umbau. Aber wie?

Im Ernst, ein Konzept für alles zu finden ist in meinen Augen gar nicht so einfach. Schränke und Regale, die für Spiele, allen voran die mit CD/DVD/Blu-ray basierten Hüllen passen, sind nicht geeignet für die ganze Zusatzhardware. Auch brauche ich Regale mit einer Menge von Böden, was die Auswahl noch einmal einschränkt.

Das einzige, was mir übrig bleibt, ist vorab zu gucken, wo genau was hinkommen soll, um genau zu wissen, was ich kaufen muss.

Bisher bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich damit wohl fast alle Möbel wegschaffen darf, die ich hier stehen habe, und eine Menge Boxen und Staufächer dazu kaufen darf, die den ganzen Kleinkram halten wird.

Es wird jedenfalls nicht langweilig in nächster Zeit.
Wovor ich nur etwas Angst habe, ist mein eigener Kopf, denn ich kenne mich und meine Wankelmütigkeit.

Ich bin gezwungen alles nach und nach zu besorgen, da ich auf der einen Seite nicht genügend Reserven habe, um alles auf einmal zu kaufen, aber auch schlecht darin bin zu sparen. Ich muss also nicht nur erst einmal alles einlagern bis ich die Möbel zusammen habe, sondern auch hoffen, dass ich keine neuen Ideen bekomme, bis ich anfangen kann aufzubauen.

Ich hätte vor Jahren schon damit anfangen sollen.

-Samstag-

Auch diese Anime-Saison gibt es wieder die eine oder andere Slice of Life Serie, die ihren Weg in meine Liste geschafft hat, unter anderem ein Anime über einen Schul-Angelclub. Eine nette Serie, auf jeden Fall, aber um ehrlich zu sein, bis auf das eher ungewohnte Thema absolut nichts Außergewöhnliches, eben wie die meisten Serien dieses Genres.

Schreiben will ich hier aber über eine andere Serie, auch Slice of Life, die aber definitiv in eine andere Richtung geht.

Der komplette Cast von Nami yo Kiite
(C) Sunrise

Nami yo Kiite Kure (engl. Wave listen to me) handelt von Minare Koda die in Sapporo, Hokkaido lebt und in einem Restaurant arbeitet. Minare hat erst vor kurzem ihren Freund verloren, besser gesagt er ist mit ihrem Ersparten abgehauen, und versucht eines Abends ihren Frust über ihr Leben in Alkohol zu ertränken. Zwei Umstände machen die Situation zu einer Katastrophe. Zum einen, dass Minare, ob nun mit oder ohne Alkohol im Blut, sehr hohen Redebedarf hat und ein recht loses Mundwerk besitzt, zum anderen, dass sie mit ihren Promille-geschwängerten Gefühlsausbruch dieser Nacht einen Radioproduzenten überschüttet, der das ganze auch noch aufnimmt.

Als sie am nächsten Tag ihre eigene Stimme im Radio hört, fährt sie wutentbrannt ins Studio um das ganze zu unterbinden, was aber nicht möglich ist. Betrunken hat sie dem Produzenten der Show eine Vollmacht unterschieben, das Gesagte veröffentlichen zu dürfen.

Alkohol und Verträge sind immer eine schlechte Verbindung.
(C) Sunrise

Der Sendeleiter schafft es aber Minare zu einem spontanen Live-Auftritt zu überreden, in dem sie die Situation genauer erklären kann. Mit Erfolg, die Leute hören zu. Damit beginnt für die junge Frau und ihrem verkorksten Leben ein neues Kapitel beim Radio.

Um es kurz zu machen, ich habe vor allem gelacht. Die Protagonistin ist ein Mensch, den ich zwar sympathisch finde, aber wohl nirgends in der Öffentlichkeit mitnehmen würde, aus Angst das sie jeden Moment verbal explodiert. Als Zuschauer witzig, aber betroffen will ich nicht sein. Die Situationen, in die sie gerät, sind meist selbst verschuldet, weil sie eben immer direkt sagt, was sie denkt. Auf der anderen Seite eine Facette, die ich an anderen Menschen ein wenig bewundere. Die Idee, einen Manga, auf dem die Serie basiert, über Radio zu machen finde ich spannend und in diesem Fall gut umgesetzt, vor allem wenn es um eine Eigenart des japanischen Radio geht.

Nicht gerade die typische Radiomoderatorin.
(C) Sunrise

Seit 1967 läuft in Japan, jeden Abend von 1-5 Uhr nachts, All Night Nippon, eine Talkshow mit wechselnden Moderatoren und Themen, die überaus erfolgreich ist und zum Alltag vieler Menschen gehört. Die Themen können dabei stark variieren und so manche Berühmtheit hat dort die Karriere begonnen. Dass solch ein Erfolg Nachahmer auf den Plan ruft, ist selbstredend und so gibt es eine Vielzahl sogenannter Mitternachts-Shows im japanischen Radio. Warum Mitternacht sollte klar sein, so hat man etwas Vorlauf zu All Night Nippon. Ich habe selbst eine Zeit lang solche Sendungen auch im deutschen Radio gehört und finde die Idee interessant. Wenn man es genau nimmt, sind das die Vorläufer heutiger Podcasts, auch wenn ich finde, dass eine Radioshow mit festen Zeiten und Musik, die zwischendurch gespielt wird, einen anderen Charme besitzt. Jetzt einmal hinter die Kulissen zu blicken und die Produktion einer solchen Sendung als Anime zu sehen, durch die Augen von Minare Koda, finde ich aufregend, auch wenn mir natürlich klar ist, dass hier nicht wirklich 1:1 die Realität abgebildet wird.

-Sonntag-

Ich gucke selten Serien in kurzer Zeit durch, da ich meist nur eine Folge am Tag gucke, höchstens, aber Midnight Diner habe ich verschlungen. Das gezeigte Essen war wohl zu gut.

Auszug aus dem ersten Manga.
(C) Yarō Abe/Shogakukan

Die zwei Staffeln die Netflix bisher zu bieten hat, sind also alle angesehen und ich will einfach nur mehr davon.

Dabei könnte die Idee an sich nicht einfacher sein. Wenige Orte, wenige Charaktere, ein zentrales Gericht und eine kleine Geschichte. Im Ernst, ohne übertreiben zu wollen, das könnte ich auch drehen. Was mich an der Serie so fasziniert ist weniger das erzählte, als der Umgang der Menschen mit den Situationen. Das ist nichts Ungewöhnliches für eine japanische Dorama Serie, aber die Aufmachung ist erfrischend neu für mich. Langsames Pacing, keine übertriebene Schauspielerei, ja selbst die Musik, wenn überhaupt vorhanden, spielt im wahrsten Sinne des Wortes im Hintergrund. Wie schon letzte Woche geschrieben, hat man oft das Gefühl direkt neben den Leuten zu sitzen.

Viel von dem Feeling der Serie kommt auch durch die Kameraarbeit, die sicher nicht einfach war. In dem kleinen Izakaya haben maximal 12 Leute auf kleinsten Raum Platz und selbst wenn nur 3 oder 4 vor der Theke sitzen, merkt man immer noch wie klein der Raum ist. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich überrascht wurde, als ich die erste Folge der zweiten Staffel gesehen habe und im Abspann zu sehen war, dass die ganze Gegend um das Izakaya nur ein Set ist und keine real existierende Gegend. Chapeau, hätte ich nicht bemerkt.

Blick hinter den Kulissen.
(C) Netflix/MBS

Noch überraschter war ich allerdings, als ich feststellen musste, dass die Serie auf einem Manga basiert.

Gezeichnet von Yarou Abe, dessen einzige Arbeit die ich bisher gefunden habe Shinya Shokudou ist, also Midnight Diner, hat der Manga selbst schon beim ersten Hinsehen einen ganz eigenen Stil. Einfache Aufmachung, jedes Mal mit dem Bild des Gerichts auf dem Cover und gezeichnet in einer Weise die mich an alte Ukiyo-e Bilder (Illustrations Stil im alten Edo) erinnert. Der Manga läuft seit 2006 sehr erfolgreich in Japan und wurde dann 2009 zur Vorlage der Realserie.

(C) Yarō Abe/Shogakukan

Die in Japan mit dem 55. Shogakukan Manga Award ausgezeichnete Reihe hat es leider in Europa nach Spanien und Frankreich geschafft, aber nicht nach England oder Deutschland und somit für mich nicht in verständlicher Sprache, was ich schade finde, denn den würde ich mir sicher zulegen.

Ich hoffe, dass Netflix Japan noch weitere Staffeln produzieren wird, auch wenn es bis dahin sicher noch etwas dauert. In der Zwischenzeit wende ich meine Kraft dahin auf, die ersten drei Staffeln zu finden, die in Japan im Fernsehen liefen, den zwei Filmen und auch die chinesischen und koreanischen TV-Serien. Habe also noch etwas vor mir.

Außerdem versuche ich in Zukunft mal das ein oder andere Gericht nachzukochen.

Schlichte Aufmachung aber sehr ansprechend. Die Magavorlage.
(C) Yarō Abe/Shogakukan

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