Entre le clair et l’oscur (Zwischen Hell und Dunkel)

Es passiert mir wirklich nur noch ganz selten, dass ein Spiel auf den Markt kommt, was mich derart weggeblasen hat. Dazu kam noch der Umstand, nichts davon vorher gehört zu haben. Weder war mir der Name vorher schon untergekommen, noch hatte ich einen Trailer gesehen, oder etwas darüber gelesen. Und das war, obwohl es sich komisch anhört, auch gut so. Denn einfach so ins kalte Wasser geschubst zu werden, kann auch positive Aspekte mit sich bringen.
Erst als das Spiel in den sozialen Medien mehr und mehr ins Gespräch kam, blieb es natürlich auch mir nicht mehr verborgen. Guillaume Broche, seines Zeichens Entwickler bei Ubisoft, gründete mit 29 anderen Kollegen ein eigenes Studio Names Sandfall. Und das bereits 2020. Er und der Rest des Teams wollten ein Rollenspiel nach ihren eigenen Vorstellungen kreieren und das wäre so, wie er einmal in einem Interview erklärte, bei Ubisoft nicht möglich gewesen. Schon allein die Entwicklungszeit hätte viel länger gedauert, wenn der Videospiel-Riese aus Frankreich es überhaupt durchgewunken hätte. Stattdessen bleibt sich Ubisoft gerne treu und setzt auf bekannte Marken wie Assassin’s Creed oder Far Cry. Um aus diesem Korsett auszubrechen, wurde dann von Broche und anderen Mitarbeitern Sandfall gegründet und zuerst auf Basis der Unreal Engine 4 und dann später 5 an Clair Obscur gebastelt. Broche und sein Team wollten ein RPG entwickeln, was die Nostalgie der 90er versprüht (siehe Oberwelt Karte), aber sich auch gleichzeitig modern anfühlt. Und genau das geben die Charaktere, die Grafik und die Story wieder. Und auch beim Kampfsystem wird nicht nur auf rundenbasierende Klassik gesetzt, sondern mit Quick Time Events ein Hauch von Soulsborne implementiert. Ich der QTE überhaupt nicht mag, weil dem Spieler einfach keine Freiheit gelassen wird, hat diesen Aspekt als frisch empfunden.

Lasst die Gommage beginnen
In Lumiére lernen wir zunächst Maelle und Gustave kennen. Er ist wie ein Ziehvater für sie, denn ihre Eltern sind bereits verstorben und die beiden brechen auf, um an einer Gommage teilzunehmen. Was zunächst wie ein fröhliches Volksfest in Lumiére anmutet, stellt sich als trauriger Abschied für viele der Bewohner heraus. Das Böse hat einen Namen und ist in der Ferne bereits über das Meer zu sehen und heißt die Malerin. Einmal im Jahr reduziert sie das Alter der Bewohner um ein Jahr. Ist dieses Alter erreicht, verschwinden sie für immer. Und so soll es auch Gustaves Ex-Freundin Sophie ergehen, die wir zur Gommage geleiten wollen. Und Gustave hegt meines Erachtens immer noch Gefühle für sie. Umso schmerzvoller, sie zum Pier zu geleiten. Wir finden auch heraus, dass immer mehr der Menschen darüber diskutieren, Kinder in die Welt zu setzen. Was ist das nur ein Leben für sie, bei einem bestimmten Alter ausgelöscht zu werden? Bei 100 fing die Malerin an, die Bewohner auszulöschen. Und es war nicht so, dass die Bewohner das alles über sich ergehen haben lassen. Es wurden im Laufe der Jahre immer wieder Expeditionen über das Meer zu ihr entsandt, um ihrem Treiben Einhalt zu gebieten. Allerdings ohne Erfolg, denn jede Expedition wurde ausgelöscht. Viele von ihnen haben es noch nicht einmal bis zum Monolithen geschafft, auf dem sie sich aufhalten soll. Und so machen sich Gustave und auch Maelle nach der Gommage auf, um ihr und auch das Leben von vielen andern zu retten. Haben sie dabei Unterstützung und was wird sie alles erwarten? Findet es selbst heraus. Ich verspreche euch, dass euch sowohl die Geschichte, als auch die Charaktere und die Welt abholen werden. Tränen, Drama, Liebe, Tod, Verzweiflung, Hoffnung – all das und noch mehr werdet ihr in diesem wunderbaren Abenteuer finden.

Die Welt von Clair Obscur- so tödlich und doch so schön
Clair Obscur: Expedition 33 ist vor allem eins – schön, wirklich schön. Auch wenn zum Spiel oft angegeben wird, dass dreißig Mitarbeiter mitgewirkt haben, ist dennoch ein Teil der Arbeit outgesourced worden. Das wird schon nach dem Abspann klar und macht aber auch Sinn. Indie hin oder her, aber dass ein Team von 30 Leuten komplett ein Spiel von A bis Z auf die Beine stellt, ist nicht wirklich möglich. Der Kern des Teams besteht aus dreißig Mitarbeitern, die sich die Story ausgedacht haben, wie die Welt aussehen soll, die Nebenmissionen etc. und einen Teil der Arbeit ausgelagert haben. Voice Acting, Marketing, Vertrieb. Und auch die Musik wurde von einem externen Komponisten umgesetzt. Schmälert das die Arbeit dieses kleinen Teams. Auf keinen Fall.

Nevronen heißen eure Gegner, die die Malerin gegen euch in den Kampf schickt.
Die sind als Armee gegen euch aufgestellt, um Sie zu beschützen. Optisch sind diese Gegner vielfältig und abstrus. Auch was ihre Angriffe angeht. Inmitten von malerischen Landschaften, die Schönheit, aber auch in ihren Momenten bedrückende, ja schon gruselige Atmosphäre versprühen, zeigt Clair Obscur seine ganze Stärke. Und selbst die Weltkarte ist eine Mischung aus einem Zitat von Klassikern und dem Esprit der Moderne. Reißt ihr von Ort zu Ort, wie in alten Final Fantasy Spielen, sind die Bewegungen der Gegner die dort auftauchen oder auch eure Charaktere wie das Durchstreifen der Welt in den einzelnen Levelabschnitten. Das sieht nicht nur super aus, sondern verschafft auch ein räumliches Gefühl.
Und es macht soviel Spaß diese Welt zu erkunden, sie zu durchstreifen, ihre Geheimnisse aufzudecken und dafür auch belohnt zu werden. Wie oft habe ich in anderen Spielen ein langes Gesicht gezogen, weil der Loot überhaupt nicht dem entsprach, was ich für meine Leistung erwartet habe. Hier bekommt ihr fast immer eine tolle Waffe, schicke kosmetische Ausrüstung oder Upgrades für die Party. Das fühlt sich belohnend an. Berührt ihr Gegner auf der Karte, wie auch in den Levelabschnitten, wird der Kampf ausgelöst. Ihr trefft also nicht random wie in alten Klassikern à la Breath of Fire oder FF auf Gegner, sondern seht sie und könnt zu ihnen gehen, oder sie erspähen euch. Nicht zwangsläufig auf der Karte, aber in den Abschnitten. Weglaufen ist möglich, aber die Kämpfe machen zu viel Spaß und bringen euch Kampfbeute. Erfahrungspunkte, Geld (Chroma namentlich) für Händler, Katalysatoren (Upgrade Material für Waffen) oder sogar Waffen von Gegnern.

Habt ihr Portale gefunden, bekommt ihr den Namen des Levelabschnitts angezeigt und ihr könnt diesen betreten, sofern ihr denn Lust darauf habt. Am Lagerfeuer bietet sich euch auch immer die Möglichkeit, euch das Ziel vor Augen halten lassen. Gut für die Leute, die sich sowas schlecht merken können, oder eine längere Pause hinter sich haben. Auf der Karte werden wichtige nächste Ziele selbständig rot markiert. Leider könnt ihr euch selber keine Marker setzten, sondern müsst öfter die Karte aufrufen, um nicht zu weit zu reisen. Auch gibt es ungünstigerweise keinen Schnellreisepunkt, sodass bereits besuchte Orte erneut aufsuchen müsst. Nur in den Levelabschnitten, könnt ihr bereits freigeschaltete Expeditionsflaggen, per Klick komfortabel erneut aufsuchen.
Ein System zwischen rundenbasiertem Kampf und Soulsborne
Eingangs hatte ich schon erwähnt, dass Clair Obscur neben dem klassischen, rundenbasierendem Kampfsystem über QTE verfügt. Doch zum Glück nicht drücke jetzt Kreis, Dreieck und dann noch R2 und am besten im richtigen Moment. Von der Playstation ausgehend im richtigen Moment X um einen Parry (Konter) auszuführen, oder ihr nutzt Kreis, um dem Angriff des Gegners auszuweichen. Ein gut getimter Konter, führt aber zu einem Gegenangriff, der beim Widersacher hohen Schaden anrichten kann. Also ist ein Parry riskanter getroffen zu werden, kann aber im Gegensatz zum Ausweichen Schaden anrichten. Seid ihr euch noch zu unsicher welche Attacken vom Gegner kommen, empfiehlt es sich zunächst auszuweichen. Erfahrene Soulsborne Spiele, die gerne parieren, werden womöglich eher diesen Reiz öfter probieren wollen. Allerdings ist das auch kein Garant für Erfolg, dass diese Konter auch sitzen, wenngleich ihr diese Spiele gespielt habt. Denn wie zuletzt schon gerne bei Elden Ring angewandt, setzen die Gegner bei Clair Obscur gerne auf Finten. Gerade bei den Bosskämpfen werdet ihr das merken. Da wird gerne ein zusätzlicher Angriff nachgereicht, oder angetäuscht und dann zugeschlagen. Das kann auch zu Frustmomenten führen. Für alle die nicht zu sehr gefrustet werden möchten, oder zu unerfahren mit solchen Spielen sind, bietet euch Sandfall den Story-Modus an, der das Zeitfenster eines Parry oder dem des Ausweichens großzügiger gestaltet. Aber auch hier gibt es Gegner, die dieser Modus nicht interessiert. Die teilen dennoch ordentlich aus. Nach dem neusten Update ist es jetzt auch möglich, neben den verschiedenen Schwierigkeits-Modi, an den Expeditionsflaggen den Schaden der Gegner zu verdoppeln, verdreifachen etc.Heilung oder Angriffspunkte für eure Charaktere, die Verbrauchbar sind, findet ihr nach und nach in der Welt. Sucht also alles genau ab und erkundet so viel wie möglich. Ähnlich wie bei Dark Souls und seinen Estus Flasks, werden diese Consumabels dann wieder an der Flagge aufgefüllt. Ansonsten gibt es keine verbrauchbaren Gegenstände, wie Mittel gegen Gift, Benommenheit oder ähnlichem, denn dagegen können Zauber gewirkt werden. Dadurch entfällt lästiges farmen solcher Gegenstände.
Lumina, Chroma, Farbe des Lumina, Pictos, Attribute, Fertigkeiten
Um dieses System der Lumina und Pictos zu verstehen hat es etwas gebraucht. Nach ein paar Stunden fiel dann zum Glück der Groschen bei mir. Zunächst die recht simplen Dinge bei Clair Obscur. Chroma ist eure Währung, um bei Händlern Gegenstände, Waffen oder ähnliches kaufen zu können. Bekommt ihr in der Regel vom besiegen von Gegnern oder Bossen. Steigt ihr durch Erfahrungspunkte auf und ihr habt die Möglichkeit Attributspunkte zu verteilen könnt ihr das in Vitalität, Stärke, Beweglichkeit, Verteidigung und Glück investieren. Jeder Aufstieg eures Charakters bringt euch drei Punkte. Auch eure Waffen haben entsprechende Scalings wie bei einem Soulsborne von A (schlecht) bis S (sehr gut). Mit den entsprechend verteilten Attributspunkten, kann eure Waffe damit skalieren.

Farbe des Lumina gibt es ebenfalls zu finden in den Leveln, auf der Weltkarte, oder durch das Besiegen von Gegnern und Bossen. Diese Farben investiert ihr in die sogenannten Pictos. Pictos sind nichts anderes als Verbesserungen für eure Charaktere. In einem Soulsborne ein Ring, hier Pictos genannt. Jeder euer Charaktere kann drei Stück ausrüsten. Aber nicht nur das. Habt ihr ein Pictos ausgerüstet wie z. B. »Abschirmender Tod« (Beim Tod erhalten Verbündete 3 Schilde) und noch zwei andere, könnt ihr diese fest erlernen. Nach vier erfolgreich absolvierten Kämpfen, habt ihr dieses und die beiden anderen ausgerüsteten Pictos verinnerlicht. Diese müsst ihr aber nicht permanent ausgerüstet haben, sondern könnt stattdessen andere Pictos ausrüsten, um sie zu lernen. Und wie kann ich diese dann nutzen, wenn nur drei ausgerüstet werden können? Indem ihr ganz einfach auf euren zu wählenden Charakter geht, zu seinen Luminas und dort sehen könnt, welche ihr alle schon erlernt habt. Neben den Luminas steht eine Zahl und das sind die Farbe des Lumina Kosten, welche ihr benötigt, um dieses Pictos dauerhaft zu aktivieren. Beispielsweise möchte ich mit Gustave immer als Erstes beginnen, erlerne ich zunächst das Pictos »Erstschlag«, was mich dann in seiner Übersicht zehn Farben des Lumina kostet. Habe ich diese zehn Farben (in der Welt zu finden und durch erfolgreiche Kämpfe von Gegnern zu bekommen), kann ich dieses Pictos dauerhaft ausrüsten. Möchte ich es nicht mehr haben, nehme ich sie vom Pictos wieder zurück, weil mir ein anderes vielleicht besser gefällt. Ihr seid als auch da nicht fest gebunden. Einmal investiert, kann ich mich jederzeit wieder umentscheiden. Vielleicht möchte ich zwei Pictos haben die jeweils fünf Farben des Lumina kosten, oder spare auf eins hin, das vierzig kostet. Nur ein gut gemeinter Ratschlag von mir, gebt nach Möglichkeit immer alle Farben des Lumina in euer Liste aus, bis eure Zahl auf null steht. Es nützt euch nichts, wenn sie dort liegen, aber es nützt euch viel, wenn ihr sie alle investiert habt. Sich mit den Menüs von Clair Obscur auseinander zu setzen, bringt euch viel Ertrag und weniger Frust ein.
Ebenso interessant ist der Fertigkeitenbaum. Je höher ihr im Rang steigt, desto mehr Skill Punkte bekommt ihr. Auf jedem Angriff oder jeder Fertigkeit steht eine entsprechende Zahl, für die ihr Skill Punkte benötigt, um sie dauerhaft freizuschalten. Auch hier seid ihr nicht limitiert. Gefällt euch ein Skill nicht mehr, probiert ihr einfach einen anderen aus und tauscht ihn aus. Seid ihr komplett unzufrieden mit euer Wahl? Dann nutzt das Item »Übermalen« um alle Punkte neu zu verteilen. Dies ist ein Verbrauchsgut, was ihr aber gerade später noch farmen könnt. Verskillen ist möglich, aber reparabel. Gleichzeitig könnt ihr sechs Fertigkeiten für die Kämpfe ausrüsten. Aber je härter der Angriff, desto mehr Punkte benötigt er auch in seiner Ausführung. Um diese Punkte während eines Kampfes wieder aufzufüllen, braucht ihr euch keine Items reinzupfeifen, sondern füllt eure Leiste mit Angriffen der jeweils ausgerüsteten Standard Waffe wieder auf. Und auch die zahlreichen Waffen, die ihr finden könnt, sind gegenüber den Zaubern alles andere als nutzlos. Sie teilen z.b. Feuer, Eis oder Lichtschaden aus, denn jeder Gegner ist empfindlich gegen verschiedene Angriffe. Und dann könnt ihr noch mit verschiedenen Katalysatoren, die entsprechende Waffe verbessern. Das wirkt sich natürlich auch auf ihr Scaling aus. Die eine skaliert durch Upgrades mehr mit Glück, während die andere es mag, wenn ihr in Stärke oder Beweglichkeit investiert. Je mehr unterschiedliche Waffen ihr zur Verfügung habt, umso mehr seid ihr gerüstet in den unterschiedlichen Gebieten. Aber Vorsicht, den Besten (Perfekter-Chroma-Katalysator) bekommt ihr in eurem ersten Durchlauf nur sechs Mal. Der maxt eure Waffe auf Stufe 33. Wählt mit Bedacht.

Gut gegen Böse – hier gibt es mehr als nur das
In vielen Videospielen kristallisiert sich oft schnell heraus, wer die Guten und wer oder was das Böse ist. Und ich werde euch hier bestimmt nicht spoilern oder euch erzählen, wer mit wem und warum. Das und noch mehr werdet ihr herausfinden, wenn ihr Clair Obscur: Expedition 33 spielt. Versucht gut aufzupassen, fühlt mit den Protagonisten mit, wie sie leiden, wie sie lieben, was sie möchten und ob es Hoffnung in dieser Welt für sie gibt. Ich kann euch nur eins sagen, und zwar das es mehr als nur einen WTF-Moment geben wird. Und das ist nicht in jedem Videospiel an der Tagesordnung.
Fazit:
Das mich ein Indie-Game so überrascht und fesseln kann, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ein Spiel was mir gänzlich unbekannt war. Zuletzt konnte mich ein Rollenspiel vor fünf Jahren so extrem fesseln – namentlich Persona 5 Royal. Und es greift ein Rad in das andere. Angefangen von der großartigen Geschichte, Musik die unter die Haut geht, bis zur stimmigen Welt, den interessanten Charakteren, den Zwischensequenzen auf Hollywood Niveau, Liebe, Freundschaft, Dramaturgie, eine Bedrohung die jederzeit greifbar ist, Wendungen, WTF-Momente, Witz und so viel mehr noch. 125 Stunden habe ich nicht in dieses Spiel investiert, sondern Stunden voller Begeisterung verbracht. Bis hin zur Platin Trophäe auf der Playstation 5. Habe mir Zeit gelassen und alles abgesucht, nur um dann festzustellen, dass ich trotzdem so viel übersehen habe. Die Welt von Clair Obscur: Expedition 33 schafft es einfach, eine große Spielwiese zu sein, auf der du dich austoben möchtest. Und die Entwickler geben Dir den Freiraum dazu, limitieren Dich nicht, geben Dir ein forderndes Kampf – und Item Management an die Hand, was aber gleichzeitig auch soviel Spaß macht es zu erlernen. Ob Standard Gegner oder Boss – sie zu lernen und zu lesen hat immer wieder Lust auf die Kämpfe gemacht. Auch wenn gelegentlich Frust dabei war, sei es, weil sie verzögerte oder schnelle Angriffe haben, war es eine Lernkurve die sonst From Software mit Bravour schafft. Du möchtest besser werden und versuchst es immer wieder. In ein rundenbasiertes Kampfsystem aktiv mit Kontern oder Ausweichen eingreifen zu können, macht jeden Kampf interessant. Denn überlevelt ist niemand am Anfang. Auch Freunde von technischen Spielereien im Menü kommen auf ihre Kosten. Einmal verstanden kommt ihr schnell dahinter, was das Spiel mit Lumina, Pictos oder Farben des Lumina meint. Und habt ihr das verinnerlicht, macht es auch richtig Bock sich hier durchzuprobieren, Waffen oder Kombinationen zu testen und damit zu experimentieren. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, wann ein Spiel zwischenzeitlich ausverkauft war und lange Lieferzeiten hatte, weil anscheinend niemand bei Sandfall Interactive mit einem derartigen Hype gerechnet hatte. Von einem Indie-Game in 33 Tagen, 3,3 Millionen Einheiten des Spiels zu verkaufen, hätte sich das Team um Guillaume Broche wohl nicht in den kühnsten Träumen vorgestellt. Es zeigt aber auch, das Videospiele kein Einheitsbrei sein müssen und Publisher wie Ubisoft, EA, Square Enix und Co. ihren Angestellten mehr Freiraum geben sollten. Schema F haben zu viele von uns gesehen. Und wenn sie diesen Freiraum nicht bekommen, suchen sich diese Entwickler eben ihren eigenen Arbeitsplatz aus. In diesem Fall können wir sagen, dass diese Rechnung mehr als aufgegangen ist. Das sagt nicht nur Metacritic, die Verkaufszahlen oder Game of the Year 2025 Nominierungen – das Sagen vor allem die Fans, die Clair Obscur: Expedition 33 spielen.
Für mich gibt es nur noch eins zu sagen. Kaufen und spielen, sofern noch nicht geschehen. Über dieses Spiel wird noch in Jahren geredet.
Clair Obscur: Expedition 33
Entwickler: Sandfall Interactive
Publisher: Kepler Interactive
V.Ö. 2025 (Playstation 5, Xbox Series, Microsoft Windows)
Pro:
-riesige Spielwelt mit vielen Geheimnissen
-wunderschöne Grafik und Umgebungen
-toll designter Kontinent
-ganz starker Soundtrack und Kompositionen
-Charaktere mit denen ihr mitfühlt
-großartiges und motivierendes Kampfsystem (Nahkampf, Magie, Schüsse)
-Parieren, Ausweichen und auch Sprünge möglich
-sehr gute Dialoge und Synchronsprecher (mit deutschen Untertiteln)
-Setting fühlt sich unverbraucht an
-sehr schnelle Ladezeiten
-viele bizarre Gegner
-Expeditionsflaggen füllen die Gegenstände wieder auf
-französische Elemente ziehen sich durch das Spiel
-riesige Bosse
-zig Waffen, Perks, Einstellungen
-Charaktere spielen sich alle unterschiedlich
-Zwischensequenzen sehen fantastisch aus
-belohnender Loot
-charmante und witzige Dialoge
-einstellbarer Schwierigkeitsgrad
-Wendungen und WTF-Momente
-Kämpfe und Kampfsounds sind wuchtig und spektakulär in Szene gesetzt
-viel Spielzeit
-QTE die nicht nervig, sondern klug eingebaut wurden
Negativ:
-keine Schnellreise-Funktion bereits besuchter Orte
-etwas steife Gesichtsanimationen in den Standard-Gesprächen
-keine manuelle Markierung des gewünschten Ziels auf der Karte
-Haare fallen gelegentlich eigenartig
-gelegentlich minimale Ruckler
-Minispiele können frustig sein
All pictures by Playstation, space4games & EpicGames
Voll Verpixelt ist Retro Spieler aus Leidenschaft mit dem Hang zum Kuriosen und Ungewöhnlichen, Castlevania Fan und Dark Souls Überlebender. In seinen Beiträgen präsentiert er alte Dinge in neuem Licht und erklärt Hintergründe und Geschichten.
Die Hutzentrale:
-►Homepage: http://ahatofmedia.de/
Unser Archive auf YouTube:
-►Twitch Live Archiv: https://www.youtube.com/@aHatofMediaLive
-►YouTube: https://www.youtube.com/channel/UC0qU1jdHeY2zWh97QzVGu4A
Oder joined unseren Discord:
-►Discord: https://discord.gg/hYhw88PPp2
Support:
-►Spenden: https://ko-fi.com/ahatofmedia
Hier gibt es mehr Sir Pommes:
-►YouTube: https://www.youtube.com/user/sirpommes87
-►Twitch: https://www.twitch.tv/sirpommes87
Hier gibt es mehr Dengeki Gamer:
-►YouTube: https://www.youtube.com/user/DengekiGamer
-►Twitter: https://twitter.com/dengekigamer?
-►Instagram: https://www.instagram.com/dengekigamer/
Hier gibt es mehr Voll Verpixelt:
-►Facebook: https://www.facebook.com/Voll-verpixelt-1391650974211749/
-►Twitter: https://twitter.com/voll_verpixelt
-►Instagram: https://www.instagram.com/voll.verpixelt/
